Extrem Polling – Zusammenfassung des Seminars von Brian Walter auf der GSA-Convention 2017

Extreme Polling

 

Artikel über ein Seminar von Brian Walter https://www.extrememeetings.com/ über Zuhörerbeteiligung, den ich für mich selber als Reflexionshilfe und zur Klärung des Themas schreibe. Natürlich so aufbereitet, dass er für andere lesbar ist.

Polling ist eine Gemeinde in Oberbayern. Hier geht es aber um den amerikanischen Begriff für „Abfrage“. Extreme Polling ist ein Titel von Brian Walter, CSP, und bezieht sich auf direkte Abfrage von Meinungen und Stimmungen im Publikum, idealerweise mit großer aktiver Teilnahme. Der Kerngedanke: Live is Live – damit unsere Keynotes zum Erlebnis werden, müssen die Zuhörer als ganze Gruppe aktiviert werden und eine Menge Spaß haben. Ohne Spaß ist es nur die Hälfte wert oder noch weniger. Es geht hier also nicht allein darum, ein Meinungsbild abzufragen, sondern um Aktivierung, Spaß, Austausch und Bindung zum Publikum.

Einsatzmöglichkeiten: Moderation, Keynotes, Großgruppenseminare.

Kernfähigkeiten für diese Art: Tempo, saubere Aussprache und ganz viel Situationskomik. Oder wie Brian es ausdrückt: „Make them love it“. Eines seiner wichtigsten Erkenntnisse: „Speed is your friend. Do it fast.“ Einer der konstanten Sollbruchstellen: Spiele nicht sauber eingeführt.

 

Would you rather… ? Auf Deutsch: „Würdest Du lieber…?

Klassisches Partyspiel, einfach aufbereitet für Firmen. Als Einstieg 3 Durchgänge allgemein, dann ich Firmenfragen einsteigen, die der Keynote dienen. Es geht darum, dass alle Teilnehmer beim Erscheinen des zweiten Bildes auf einer Folie gleichzeitig ihre Wahl rausrufen.

Kernelemente: Spaß, Tempo und das Ansprechen aller. Saubere Ansprache im Vorfeld, dass beim zweiten Bild alle sofort ihre Wahl rausrufen.

Hier mein erstes Bild bei 200 Supermarktmanagern aus Schleswig Holstein und Mc Pomm. War klasse, als Hamburger von allen 200 sofort Ostseeküste zu hören.

Nach 3 Runden in Fragen zur Keynote eingestiegen. Ja, auf den ersten Blick klingt so eine Frage blöder als man denkt – es hat aber der Keynote zum Thema „Mut zum unternehmerischen Denken und Handeln“ deutlich mehr Akzeptanz gegeben.

B

Logo raten

Habe den Sinn bei einer Keynote noch nicht verstanden (also das sinnvolle einbauen), aber es aktiviert alle. Es geht um das Erraten von Logos, wo er nur ein Ausschnitt zeigt. Alle werden wie Kinder und raten mit. Auch hier: Tempo, Tempo, Spielwitz.

Two Truth and one lie

Ein noch klassischeres Partyspiel. Brian holt im Vorfeld 2 wahre und eine gelogene Geschichte vom CEO oder so und schafft es wirklich, das ganze sauber einzubauen. Auch hier machen alle mit. Nach dem Nennen der dritten Geschichte geht es darum, dass alle gleichzeitig Ihre Version nennen. Dabei geht es nicht um das sagen der Tür, sondern um das aussprechen des ganzen Satzes. Er hat es schon mit 2000 Managern in einem Saal gespielt. Und JA, das mit dem zusammengewchsenen Zehen hat ein echter CEO erzählt.

Ich werde das ganze nächste Woche bei einem 25. Firmenjubiläum machen. Da passt es.

Speed Interview

Kein klassisches Abfragen – aber alle machen mit und sind aktiviert.

Eine geschickte Frage stellen, die auf etwas Positives abzielt und es noch steigert. Es geht auch mit nicht ganz so positiven Punkten, aber es muss Positiv enden. Brian: “People love pain-stories, but they don´t talk about it.”

Dreiergruppen zusammenstellen lassen, 45 Sekunden in Summe, jeder 15 und jeder erzählt.

Fragen wie: „Wenn Du in der Zeit zurückgehen könntest, was würdest Du anders machen?“, „Welche Marketingtechnik lief letztes Jahr besser als erwartet?“

Mit Technologie

Vorweg: Alles, was Technik verwendet ist nicht mehr völlig idiotensicher. So zynisch das klingen mag: aber bei Firmenveranstaltungen muss es idiotensicher sein. Was bis heute nicht funktioniert: Apps. Selbst bei Apps für Kongresse, die haben nur 2/3 geladen. Weitere ¼ sind zu doof zum Bedienen. Das ganze klaut Tempo, Lockerheit und Humor. Finger weg.

Turning Technologies

Idiotensicher, einfach, jeder kapiert es sofort. Dauert nur, es zu besorgen oder ist teuer. Brians Favorit.

Diese Abstimmungsgeräte wurden ab den 90ern in den USA an Unis verwendet. Studenten verkaufen alte Geräte für 5,- bis 10,- Dollar. Er hat über 1000 davon. Auf alten Rechnern bis Windows 7 lizenzfrei mit Dongel für 600,- Dollar zu verwenden, neuere Versionen brauche eine teure Lizenzversion.

Poll everywhere

https://www.polleverywhere.com/ Per SMS. Funktioniert – ist aber recht steif und dauert etwas. + Kosten. Brian empfiehlt es dennoch.

Per Website und Smartphone

https://extreme.cnf.io  Bitte einmal anschauen, lohnt sich. Dauert ein kleines bisschen am Anfang. Alle müssen das Smartphone zücken und Adresse eingeben. Per QR Code in Tagungsunterlagen würde es auch funktionieren. Dann kommt aber eine gute Abfragemöglichkeit. Kostet 99,- € im Monat, dass war es. Vorteil: Ein Smartphone hat jeder.

Was extrem gut kam: Begriffswolke. Jeder soll ein Wort zur GSA Konferenz nennen, was in einer Begriffswolke wiedergegeben wurde. Foto leider nicht vorhanden.

Insgesamt mein Favorit für technikbasierte Abfragen. Macht aus meiner Sicht richtig Sinn.

The Flag

Weiter mit ohne Technik. Drei bis maximal 5 Flaggen unterschiedlicher Farbe. (Drei sind zu empfehlen) Größe um 10 bis 12cm mal 6 bis 7 cm.

Vorteil: Körperliche Betätigung. Alles bewegt sich, TN fangen an zu lachen und mögen diese Art.

Per PP drei Fragen zu einem Thema. Wieder mit Tempo arbeiten und die Flaggen sprechen lassen.

Interessanter Nebeneffekt: Flaggen können Kunden in Rechnung gestellt werden. Idealerweise ein Deal mit 1200,- € für die Flaggen, werden dann für 600,- € zurückgenommen.

Auch wenn ich hier nur ein Foto habe: Die Flaggennummer werde ich einbauen.

Frage: Wer hat Lust, gemeinsam sich einen großen Satz Flaggen anzuschaffen?

 

Moderationskarten

Wenn es keine Flaggen gibt: es geht auch mit Moderationskarten. Finde ich suboptimal als Redner oder Moderator. Auf einer GSA Mitgliederversammlung ja ok, hat aber keine Dynamik wie Flaggen.

Kein Foto

Battle – Köpfe auf Fotos am Stil.

Klassiker bei Hochzeiten, nur hier etwas professioneller. Es werden die Köpfe von 2 (max. 3) Personen wie Eis am Stil geklebt und dann dürften Personen die Köpfe hochhalten.

So doof das klingen mag, Brian zieht das mit tausenden von Managern durch. Der ist schmerzbefreit und deswegen funktioniert es.

Das war der Workshop von Brian Walter.

 


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Abgelegt unter: Allgemein, Interviews und Artikel von Lutz Langhoff. 2Kommentare
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2 Kommentare zu Extrem Polling – Zusammenfassung des Seminars von Brian Walter auf der GSA-Convention 2017

  1. Joachim Simon schrieb am 22. September 2017 um 10:48

    Danke fürs Teilen Lutz!
    Ich finde ergänzend als auch actionreiche Variante die Konfetti-Idee von Margit Hertlein und Gaston Florin sehr gut. Jeder Teilnehmer zerreisst ein DINA4 Blatt in kleine Konfettischnipsel und wirft je nach Zustimmung zur Aussage des Moderators kein, viel oder wenig Konfetti in die Luft. Unbedingt an eine Flasche Sekt oder Packung Pralinen für den Hausmeister/Reinigungskräfte denken.

    • Lutz Langhoff schrieb am 9. Oktober 2017 um 12:43

      Ja, die Variante ist auch sehr effektiv.

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