Beiträge vom Mai 2011

Grundlagen der Motivation – Fussball als Vorreiter

Auf Spiegel Online ist am 15. Mai 2011 ein aufschlussreicher Artikel über Motivation und Fussball erschienen: Das System Daum hat abgedankt.

Der Artikel ist polemisch, stellenweise unfair (setzt Magath und Daum gleich), zielt aber auf eine wunderbare Frage: Wie motiviere ich mein Team?

Der Autor Peter Ahrens hat auf eine klare Weise herausgeschält, dass es im Kern um Werte, Haltungen, Teamkultur und Führung geht. Und gerade nicht um Motivationstricks, Tipps, heftige Ansprachen und Scherbenlaufen.

Soweit bekannt, änderte Daum nichts am Spielsystem, der Aufstellung, der Manschaftshierarchie oder setzte andere systemische Hebel an. Er setzte dagegen auf seine bekannten Vorgehensweisen.

Passend der letzte Absatz:

Als der Abstieg am späten Samstagnachmittag feststand und der Trainer im Fernsehen danach gefragt wurde, wo denn seine berühmten Motivationsfähigkeiten geblieben seien, antwortete der Coach, Motivation mache ja nur einen kleinen Teil der Leistung aus, höchstens zehn bis 20 Prozent.

Ein Motivator, der sagt, Motivation sei unwichtig. Das ist die bedingungslose Kapitulation.

 

Entsprechend zu diesem Artikel sieht oft die unternehmerische Realität aus. Motivation fehlt öfters, als man es sich selber eingestehen mag. Laut einer Gallup Studie in 2005 machen 69% aller Mitarbeiter Dienst nach Vorschrift und 18% haben so was wie eine innere Kündigung vollzogen. Egal ob Peter Ahrens mit seinem Artikel über die Saison 2010/11 recht hat oder es einfach Zufall war, dass in der letzten Saison ein bestimmter Stil von Trainern bevorzugt positiv erlebt wurde: es geht in Unternehmen genau um diese Fragen. Wo liegen die Grundlagen der Motivation? Ich habe mir nach dem Lesen des Artikels wieder den Klassiker über Motivation in Unternehmen aus dem Bücherregal geholt: „Mythos Motivation“ von Reinhard K. Sprenger.

Über Motivation in Firmen zu sprechen, ohne dass der Gesprächspartner die Grundlagen dieses Buches kennt, ist schon fast unmöglich. Denn er räumt wunderbar brutal mit den meisten Mythen auf und landet genau bei den Aussagen dieses Spiegelartikels.